Wer einen Markt analysiert, möchte möglichst genau verstehen, was im Kursverlauf geschieht.
Welche Trendstrukturen sind vorhanden?
Wie stehen die unterschiedlichen Trenddimensionen zueinander?
Und welche Bedeutung besitzt eine einzelne Kursbewegung innerhalb dieses Zusammenhangs?
Die TrendTechnik® untersucht diese Fragen anhand der Trendgesetze. Dabei ergibt sich ein zunächst überraschender Zusammenhang:
Ein zufällig entstehender Kursverlauf zeigt uns gesetzmäßige Strukturen.
Denn die Zufälligkeit der Kursentwicklung bedeutet nicht, dass innerhalb dieser Entwicklung keine strukturellen Zusammenhänge existieren. Die Trendgesetze beschreiben diese Zusammenhänge.
Ein wesentliches Merkmal ist die Ineinanderverschachtelung unterschiedlich großer Trenddimensionen. Diese Dimensionen existieren nicht unabhängig voneinander. Sie stehen in einem strukturellen Zusammenhang und bestätigen sich entsprechend ihren jeweiligen Größenordnungen gegenseitig.
Für eine präzise Analyse reicht es deshalb nicht, eine einzelne Trenddimension zu betrachten. Erst ihre gemeinsame Einordnung ermöglicht es, die vorhandene Marktstruktur im Zusammenhang zu beurteilen.
Doch genau hier liegt eine besondere Schwierigkeit. Denn die Grenzen zwischen den Trenddimensionen sind nicht starr. Sie entstehen dynamisch innerhalb des Kursverlaufs.
Wer diese dynamischen Abgrenzungen falsch beurteilt oder eine Trenddimension isoliert betrachtet, kann zu einer fehlerhaften Einordnung gelangen.
Die dadurch entstehende Unsicherheit besitzt eine konkrete Ursache: Sie entsteht nicht zwangsläufig aus der Zufälligkeit des Marktes, sondern möglicherweise aus einer unvollständigen oder fehlerhaften Analyse.
Deshalb muss zunächst geprüft werden, ob die vorhandenen strukturellen Zusammenhänge tatsächlich korrekt erkannt wurden.
Wurden die beteiligten Trenddimensionen berücksichtigt?
Sind ihre dynamischen Abgrenzungen nachvollziehbar bestimmt?
Und bestätigt die Einordnung der kleineren Trenddimensionen die übergeordnete Struktur?
Erst wenn diese Fragen sorgfältig untersucht wurden, lässt sich beurteilen, welche Unsicherheit tatsächlich bestehen bleibt.
Denn selbst eine präzise Einordnung der vorhandenen Marktstruktur kann nicht gewährleisten, dass die zukünftige Kursentwicklung bereits bekannt ist. Der Markt entwickelt sich weiter. Neue Kursbewegungen entstehen innerhalb der existierenden Zufälligkeit. Und diese zukünftigen Bewegungen sind zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht vollständig vorhanden.
Hier müssen wir deshalb unterscheiden.
Eine fehlerhafte Einordnung vorhandener Strukturen ist ein Analyseproblem.
Die fehlende Gewissheit über die zukünftige Kursentwicklung ist dagegen kein Beweis für einen solchen Fehler.
Eine gute Analyse versucht nicht, diesen Unterschied aufzulösen, indem sie eine vermeintlich sichere Zukunft behauptet. Sie untersucht die tatsächlich vorhandenen Zusammenhänge möglichst präzise. Und sie erkennt zugleich die Grenzen dessen, was zum jeweiligen Zeitpunkt bereits analysierbar ist.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede unklare Analysesituation einfach mit dem Hinweis auf Zufälligkeit erklärt werden darf. Gerade die TrendTechnik® verlangt, mögliche Fehler in der strukturellen Einordnung systematisch zu untersuchen.
Denn Unsicherheit darf nicht dazu dienen, eine unvollständige Analyse zu rechtfertigen. Sie muss selbst Gegenstand der Überprüfung werden.
Erst daraus entsteht eine fachlich begründete Unterscheidung zwischen einem möglichen Analysefehler und der weiterhin offenen zukünftigen Entwicklung.
Unsicherheit ist deshalb nicht automatisch ein Analysefehler.
Entscheidend ist, ob sie auf einer fehlerhaften Einordnung der vorhandenen Marktstruktur beruht oder auf den Grenzen dessen, was über die zukünftige Entwicklung bereits bekannt sein kann.
Gedanke der Woche
Zufälligkeit der Kursentwicklung bedeutet nicht Zufälligkeit der Trendstruktur.
Eine präzise Analyse erkennt die vorhandenen Gesetzmäßigkeiten und unterscheidet zwischen eigenen Analysefehlern und der Ungewissheit zukünftiger Entwicklungen.
Weiterführende Literatur
TrendTechnik® – Die Trendgesetze
Das Buch beschreibt die 30 Trendgesetze und die strukturellen Zusammenhänge zwischen den ineinander verschachtelten Trenddimensionen.
Insbesondere Trendgesetz 29 behandelt die gegenseitige Bestätigung der Trenddimensionen innerhalb ihrer jeweiligen Größenordnungen.
TrendTechnik® – Kursverlaufsstudie DAX
Die Kursverlaufsstudie zeigt anhand eines konkreten Marktverlaufs, wie sich die strukturellen Zusammenhänge der Trendgesetze praktisch untersuchen und überprüfen lassen.
TrendTechnik® aktuell
Auch die tägliche und wöchentliche Währungsstruktur folgt dem Grundgedanken, vorhandene Marktverhältnisse möglichst präzise zu untersuchen. Die Auswertungen beschreiben die relativen Stärkeverhältnisse der betrachteten Währungen und deren Veränderungen.
Sie ersetzen jedoch keine vollständige Untersuchung der ineinander verschachtelten Trenddimensionen eines einzelnen Währungspaares.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil unterschiedliche Analysegegenstände auch unterschiedliche Aussagen ermöglichen.
Ausblick auf den nächsten Impuls
Im nächsten Impuls beschäftigen wir uns mit einer praktischen Konsequenz daraus:
Warum Nichtstun eine Handelsentscheidung sein kann
Freundliche Grüße
TrendTechnik®