Eine Analysemethode kann noch so klar beschrieben sein.
Wenn sie unkonzentriert angewendet wird, entstehen trotzdem Fehler.
Das klingt zunächst banal.
Für die praktische Marktanalyse besitzt dieser Gedanke jedoch eine große Bedeutung.
Denn Analyse besteht nicht nur aus Wissen.
Sie besteht auch aus genauer Wahrnehmung.
Welche Kursbewegung gehört zu welcher Trenddimension?
Welche Struktur hat sich verändert?
Welche Bewegung besitzt tatsächlich eine neue Bedeutung?
Und welche Information ist lediglich Teil einer bereits bekannten Entwicklung?
Solche Fragen lassen sich nicht zuverlässig nebenbei beantworten.
Sie verlangen Aufmerksamkeit.
Gerade bei bekannten Abläufen entsteht leicht ein anderes Problem:
Mit wachsender Erfahrung scheint vieles selbstverständlich. Bestimmte Strukturen werden schneller erkannt. Abläufe wirken vertraut.
Und genau dadurch kann die Konzentration nachlassen.
Dann wird eine Bewegung vielleicht zu früh eingeordnet.
Eine Trenddimension wird übersehen.
Oder eine bereits vorhandene Erwartung beeinflusst unbemerkt die Wahrnehmung.
Die Trendgesetze verändern sich dadurch nicht. Auch ihre Zusammenhänge bleiben dieselben.
Der Fehler entsteht in der Anwendung.
Deshalb gehört Konzentration zur Qualität einer Analyse.
Nicht weil der Markt besonders kompliziert sein müsste.
Sondern weil selbst kleine Unaufmerksamkeiten die Einordnung einer Marktstruktur verändern können.
Eine präzise Analyse verlangt deshalb mehr als das Wissen um die richtigen Zusammenhänge.
Sie verlangt, jeden Kursverlauf tatsächlich so zu betrachten, wie er sich entwickelt.
Nicht so, wie wir ihn bereits zu kennen glauben.
Und nicht so, wie wir ihn gern sehen würden.
Konzentration bedeutet dabei nicht, stundenlang angespannt auf einen Chart zu schauen.
Sie bedeutet vielmehr, während der Analyse aufmerksam genug zu sein, um zwischen vorhandener Struktur, tatsächlicher Veränderung und eigener Erwartung unterscheiden zu können.
Damit wird Konzentration selbst zu einem Teil der Analyse.
Denn eine korrekte Methode kann nur dann zu einer präzisen Einordnung führen, wenn sie auch präzise angewendet wird.
Gedanke der Woche
Eine korrekte Methode verhindert keine Analysefehler, wenn sie unkonzentriert angewendet wird.
Weiterführende Literatur
TrendTechnik® – Die Trendgesetze
Das Buch beschreibt die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten, mit denen Trendstrukturen und ihre Zusammenhänge innerhalb von Kursverläufen eingeordnet werden können.
TrendTechnik® – Kursverlaufsstudie DAX
Die Kursverlaufsstudie zeigt anhand eines konkreten Marktverlaufs, wie diese Zusammenhänge praktisch untersucht und überprüft werden können.
TrendTechnik® aktuell
Auch bei der täglichen und wöchentlichen Währungsstruktur spielt Konzentration eine wichtige Rolle.
Die Zahlen allein liefern noch keine Einordnung.
Erst ihre sorgfältige Betrachtung macht sichtbar, welche Veränderungen tatsächlich relevant sind und wie sich die relative Struktur der Währungen entwickelt.
Ausblick auf den nächsten Impuls
Im nächsten Impuls geht es um eine weitere Voraussetzung guter Analyse:
Warum Selbstkontrolle erfolgreicher macht als Selbstvertrauen
Freundliche Grüße
TrendTechnik®