Trader neigen dazu, ihre Analyse im Nachhinein am Ergebnis zu bewerten.
Ein Gewinn scheint zu bestätigen:
Die Analyse war richtig.
Ein Verlust scheint dagegen zu zeigen:
Die Analyse war falsch.
Doch genau diese Schlussfolgerung ist gefährlich.
Denn zwischen Analysequalität und Ergebnisqualität besteht kein direkter Gleichlauf.
Eine gute Analyse kann zu einem Verlust führen.
Eine schlechte Analyse kann zu einem Gewinn führen.
Das haben die vergangenen Impulse bereits gezeigt.
Der Grund dafür liegt in der Unsicherheit zukünftiger Marktentwicklung.
Eine Analyse beschreibt und ordnet die zum jeweiligen Zeitpunkt vorhandene Marktstruktur.
Sie kann untersuchen, welche Trendstrukturen erkennbar sind.
Sie kann Zusammenhänge einordnen.
Sie kann eine Entscheidung fachlich begründen.
Aber sie kann die zukünftige Kursentwicklung nicht garantieren.
Deshalb ist das spätere Ergebnis kein zuverlässiger Maßstab für die Qualität der ursprünglichen Analyse.
Gewinn bedeutet nicht automatisch richtige Analyse.
Verlust bedeutet nicht automatisch falsche Analyse.
Entscheidend ist vielmehr, wie die Analyse zustande gekommen ist.
Wurden die relevanten Trendstrukturen korrekt erkannt?
Wurden die vorhandenen Informationen sauber eingeordnet?
War die Schlussfolgerung nachvollziehbar?
Und wurde die Handelsentscheidung tatsächlich aus dieser Analyse abgeleitet?
Erst diese Fragen erlauben eine sinnvolle Bewertung.
Wer ausschließlich auf das Ergebnis schaut, läuft Gefahr, falsche Schlüsse zu ziehen.
Ein zufälliger Gewinn kann eine fehlerhafte Vorgehensweise bestätigen. Ein Verlust kann dagegen dazu führen, eine eigentlich saubere Methode unnötig zu verändern.
Beides verzerrt den Lernprozess.
Deshalb sollte jeder Trade auf zwei Ebenen betrachtet werden.
Zum einen:
Wie ist der Trade ausgegangen?
Und zum anderen:
Wie gut war die zugrunde liegende Analyse?
Diese beiden Fragen dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Die TrendTechnik® bewertet eine Analyse deshalb nicht danach, ob der anschließende Trade Gewinn oder Verlust gebracht hat.
Entscheidend ist, ob die Marktstruktur zum Zeitpunkt der Analyse fachlich korrekt und nachvollziehbar eingeordnet wurde.
Das Ergebnis eines Trades bleibt wichtig.
Aber es beantwortet eine andere Frage.
Es zeigt, wie der Trade ausgegangen ist.
Es zeigt nicht, wie gut die Analyse war.
Gedanke der Woche
Gewinn ist kein Beweis für eine richtige Analyse.
Verlust ist kein Beweis für eine falsche Analyse.
Analysequalität und Ergebnisqualität müssen getrennt bewertet werden.
Weiterführende Literatur
TrendTechnik® – Die Trendgesetze
Das Buch vermittelt die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten, mit denen Marktstrukturen analysiert und nachvollziehbar eingeordnet werden können.
TrendTechnik® – Kursverlaufsstudie DAX
Die Kursverlaufsstudie zeigt anhand eines konkreten Marktverlaufs, wie Analysen überprüft und ihre Einordnung im weiteren Verlauf nachvollzogen werden können.
TrendTechnik® aktuell
Auch bei der täglichen und wöchentlichen Währungsstruktur wird eine Analyse nicht danach bewertet, ob eine einzelne spätere Kursbewegung scheinbar „richtig“ oder „falsch“ war.
Entscheidend bleibt, ob die jeweilige Struktur zum Zeitpunkt der Auswertung korrekt beschrieben wurde.
Ausblick auf den nächsten Impuls
Im nächsten Impuls geht es um eine weitere wichtige Quelle von Fehlinterpretationen:
Warum Erfahrung ohne Überprüfung gefährlich werden kann
Freundliche Grüße
TrendTechnik®