Zufall und dauerhafte Profitabilität

Zufall im Würfelspiel

Wie passt das zusammen?

Wir wollen heute untersuchen, wie der Zufall des Kursverlaufs mit dem Anspruch dauerhafter Profitabilität beim Trading vereinbar ist. Dieser Satz ist an der Stelle noch eine Behauptung, welche wir im weiteren beweisen wollen. Das Wort Zufall wird aktuell unterschiedlich und missverständlich erklärt. Daraus entstehen teilweise ungünstige Voraussetzungen für das Verständnis dem Trading gegenüber.

Also was ist Zufall?

Zufall ist das äußere Zusammentreffen von Dingen und Prozessen, welches zwar im einzelnen kausal bedingt ist, jedoch aus dem Wesen der Gesetzmäßigkeit der Prozesse heraus nicht notwendiger Weise erfolgen musste.

Und was bedeutet kausal? Kausalität ist der naturnotwendige, gesetzmäßige Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, also die notwendige Bedingtheit einer Wahrnehmung (Ereignis / Zustand) als Wirkung hervorgerufen durch eine oder mehrere andere Wahrnehmungen (Ereignisse / Zustände) als Ursache.

Vereinfacht: zufällig ist, was auch anders hätte sein oder geschehen können. Das Gegenteil von Zufall ist die Absicht oder die Gesetzmäßigkeit. Daraus könnten wir ableiten, alles was nicht absichtlich oder gesetzmäßig ist, ist zufällig.

Zur aktuellen Zeit erkennen wir, dass, entsprechend vorkommender Umstände, der Zufall in seiner ursprünglichen Bedeutung leicht bzw. teilweise verändert wird. Wo es nützlich ist, spricht man vom Zufall und wo es nicht gerade dienlich ist, wird der Zufall als solches mit geschickten Argumenten zerschlagen. An der Stelle könnten wir abdriften und uns der Frage widmen: wo beginnt Manipulation?

Darum der wichtige Hinweis: Gefährlich und gleichfalls falsch ist das Verständnis von notwendiger Verknüpfung zwischen Ursache und Wirkung als rein subjektives Resultat vielfacher Erfahrungen von Menschen als Gewöhnung bzw. Gewohnheit.

Und nun zurück zum Kursverlauf. Jeglicher Preis eines Handelsobjekts in seiner preislichen Entwicklung wird gemäß entsprechender Börsengesetze nach dem Prinzip „best möglicher Ausgleich zwischen Nachfrage und Angebot“ gebildet. Das heißt: nur wo Käufer und Verkäufer mit ihren preislichen Vorstellungen zusammentreffen und dabei den best möglichen Ausgleich erreichen, gibt es einen Preis, der im Kursverlauf als Tick angezeigt wird. Bei liquiden Handelsobjekten (Aktien, Währungen, Indizes, Anleihen, ...), wie zum Beispiel den Hauptwährungspaaren, entscheiden extrem viele Händler auf genauso extrem vieler Grundlagen und Kriterien ihre Handelsvorgehensweisen (Taktiken, Operationen). Ihre Entscheidungsfindungen sowie ihre Handelsziele (zum Beispiel langfristig, mittelfristig, kurzfristig, …) sind so derartig unterschiedlich und untereinander unabgestimmt, dass sich für die Summe, also die Gesamtheit aller ihrer Entscheidungen, keinerlei Kausalität herleiten lässt. Somit ist gemäß Definition der Kursverlauf Zufall und die entsprechenden Tradingergebnisse, egal auf welcher Grundlage sie herbeigeführt wurden, unterliegen ebenfalls dem Zufall. Das heißt: Trading ist der Umgang mit dem Zufall.

In der Tradingpraxis bedeutet das: niemand und nichts kann einen kommenden Preis und somit den weiteren Kursverlauf vorherbestimmen. Folglich kann ein Trader nie vorher wissen, ob seine eingegangene Handelsposition ein Gewinner oder ein Verlierer wird. Er könnte es lediglich mit Annahme größerer oder kleinerer Wahrscheinlichkeit vermuten.

Jedes Handelsergebnis als Ergebnis betrachtet ist Zufall. Jedoch die davor geplante und eingegangene Handelsposition nicht. Ebenso ist die fachlich korrekte Begleitung einer Handelsposition und deren Beendigung kein Zufall, denn sie wurde geplant durchgeführt. Folglich ist es absolut unmöglich eine speziell kommende und monetär besonders große Handelsposition als Gewinner herausarbeiten zu können. Daraus ergibt sich die bedeutende Notwendigkeit alle Handelssignale gemäß einem oder einer Kombination mehrerer festgelegten Handelsmodelle (Setup) fachlich und technisch korrekt durchzuführen und erst in Summe mehrerer realisierter Handelspositionen entsprechende Bewertungen vorzunehmen. Das laut Handelsplan festgelegte Handelsmodell in seiner fachlichen Grundlage und Praxis gerechten sowie regelgemäßen Umsetzung ist bestimmend für den Handelserfolg eines Traders.

Wir haben hergeleitet, dass der unumstritten existierende Zufall des Kursverlaufs in seiner Preisentwicklung nicht vorher bestimmbar, also nicht berechenbar ist. Zufall ist immer unberechenbar. Aber die gute Nachricht ist, dass beim Trading der zufällige Kursverlauf ausreichende Möglichkeiten übrig lässt, dennoch in Summe dauerhaft profitable Handelsergebnisse erreichen zu können. Eine Möglichkeit ist die Logik des Trendaufbaus mit den Wirkungsweisen aller ineinander verschachtelten Dimensionen (Trendgrößen / Trendebenen) zueinander. Wir alle arbeiten beim Handel mit der Annahme einer entsprechend ermittelbaren prozentualen Wahrscheinlichkeit. In der TrendTechnik® sprechen wir an der Stelle von herleitbaren „Zufallsparametern“, welche zu Gunsten der Ertragserwartungen eines Traders genutzt werden können. Das dafür notwendige Fachwissen vorausgesetzt. Dabei könnte dir der TrendTechnik®-Grundlagenkurs in Verbindung mit dem TrendTechnik® Fachausbildung eine gute Hilfe sein.

Zufall