CFD Handel und das Risiko

Für private Trader ist der CFD Handel sehr interessant. Bis Ende Juli konnten mit großem Hebel und kleinem Kapital große Positionen gehandelt werden. Damit war es möglich schnell große Gewinne zu erzielen, ABER auch große Verluste. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 1. Juni 2018 zum Schutz der Kleinanleger ein Verbot binärer Optionen und Beschränkungen für Differenzgeschäft (CFD) eingeführt. Über das Thema „ESMA und der Schutz der Kleinanleger“ haben wir einen Artikel veröffentlicht. Das die ESMA einschreiten musste, war notwendig!

Ist jetzt das Ende vom CFD Handel da?

Die Differenzkontrakte (contract for difference – CFD) gehören zur Gruppe der derivativen Finanzinstrumente. Ein Derivat ist ein gegenseitiger Vertrag, der seinen Wert vom Zeitwert einer marktbezogenen Referenzgröße ableitet. Die Basiswerte (Referenzgröße) können zum Beispiel Wertpapiere (beispielsweise Aktien, Anleihen), Indizes, Rohstoffe oder Devisen sein. Sie dienen einerseits zur Absicherung gegen Kursschwankungen und können andererseits spekulativ eingesetzt werden. Für institutionelle Anleger besteht die Gefahr des Totalverlusts und das Risiko von erheblichen Nachschusspflichten. Kleinanleger sind von der Nachschusspflicht seit 2017 ausgeschlossen. Die Folge für Kleinanleger (Privatkunden): Der CFD-Anbieter wird bei erreichen der hinterlegten Sicherungsleistung offene Positionen des Kleinanlegers schließen. Das kann zum Beispiel bei kurzfristigen Kursschwankungen geschehen und wenn nicht genügend Kapital auf dem Handelskonto des Händlers zur Verfügung steht. In dem Beschluss der ESMA vom 1. Juni 2018 wurde dies in der Margin-Glattstellungsvorschrift und dem Negativsaldoschutz formuliert.

CFD und der Hebel

Mit der neuen Hebelregelung der ESMA verändern sich die möglichen Positionsgrößen.
In der folgenden Tabelle werden die Auswirkungen der Anwendung von verschiedenen Hebel verdeutlicht. 3 Händler setzen je 1.000,00 € (Sicherungsleistung - muss auf dem Handelskonto des Händlers bezüglich Handel frei zur Verfügung stehen) in je eine Longposition zum gleichen Zeitpunkt und zum gleichen Preis (1,1702). Bei einer Kursveränderung von + 2% fallen die Gewinne (Preis 1,1936) sehr unterschiedlich aus. Ebenso fallen die Verluste bei einer Kursveränderung von -2% (Preis 1,1467) unterschiedlich aus.

  Händler 1 Händler 2 Händler 3
  Handelsobjekt
ohne Hebel
Handelsobjekt mit
altem Hebel (100)
Handelsobjekt mit
neuem Hebel (20)
 Kapitaleinsatz

1.000,00 €

1.000,00 € 1.000,00 €
 Hebel 1 100 20
 Initial-Margin 100% 1% 5%
 Einstiegs-Kurs z.B. 1,1702 1,1702 1,1702
 Handelsposition 1.000,00 € 100.000,00 € 20.000,00 €
 Gewinn bei +2% Kursänderung 20,00 € 2.000,00 € 400,00 €
 Verlust bei -2% Kursänderung -20,00 € -2.000,00 € -400,00 €

Wir wissen das einige CFD-Anbieter Hebel 400 und höher angeboten hatten. Aus der Tabelle wird deutlich, dass der CFD-Handel auch mit den neuen Bestimmungen und kleineren Hebel sehr gut möglich ist. Die Gewinne mit einer einzelnen Position und bei relativ kleinem Handelkonto werden nicht mehr sehr groß ausfallen, aber auch die Verluste werden mit einer einzelnen Position nicht mehr so groß sein. Eines der wichtigsten Gebote für den Händler sollte doch sein, das eigene Kapital zu schützen. Schließlich benötigt der Händler Kapital, um überhaupt handeln zu können.

CFD-Handel birgt ein hohes Risiko. Dieses Risiko wird mit hohem Hebel vergrößert. Das sollte jedem zu denken geben. „Zwischen 74 % und 89 % der Kleinanlegerkonten verlieren beim Handel mit CFD Geld.“ So die statistische Auswertung der ESMA.

Jeder, der am Finanzmarkt handelt, sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein!

Der CFD-Handel und das Risiko

CFD-Handel ist reizvoll und sehr risikoreich. Die Risikobehandlung ist ein besonders wichtiges Thema. Um handeln zu können, sollte das eigene Kapital vor Totalverlust geschützt werden. Das ist normalerweise die Aufgabe eines Händlers. Traurig, dass erst eine Behörde notwendig wurde, um die Risiken deutlich zu machen und Maßnahmen zum Schutz der Kleinanleger ergreifen musste.

CFD-Handel ist weiterhin möglich!
Für Trader die bereits gewissenhaft und mit dem richtigen Risikomanagement arbeiten wird sich nicht viel ändern.

Die Trendtechnik und die Risikobehandlung

Für uns Trendtechniker gibt es für den CFD-Handel keine wesentlichen Änderungen.

Wir untersuchen den Kursverlauf und bewerten die aktuelle Situation ausschließlich nach Trendtechnik. Eine eventuell zu handelnde Marktphase muss vorm eingehen einer Handelsposition auf die prozentualen Wahrscheinlichkeiten ihrer Erfüllung bewertet werden. Daraus leiten wir das Handelsrisiko ab und beachten im weiteren das Crashrisiko. Wir unterscheiden Handelsrisiko und Crashrisiko. Im Trader-Intensiv-Training behandeln wir zum Thema Risiko umfassend das Handelsrisiko und das Crashrisiko. Die nächste Ausbildungsgruppe im Trader-Intensiv-Training wird Ende September starten.

Die Trendtechnik ist sowohl für den CFD-Handel als auch für den Handel aller anderen Finanzprodukte anwendbar.

In eigener Sache

Bis Ende August werden wir eine kleine Sommerpause einlegen. Für Fachinhalte, Währungsstärken, CoT-Auswertungen und weiteres, wird es in unserer Sommerpause keine Aktualisierung geben. Ebenso beantworten wir Anfragen erst nach dieser Zeit.

Im September starten wir wieder richtig durch. Die wichtigsten Termine für September:

Vortrag VTAD Freiburg
Thema: Die Trendtechnik
Montag, 10. September 2018 – 18:30 bis 20:30 Uhr
www.vtad.de/Freiburg

Investment- & Business-Days (IB-Days)
17. September 2018 bis 21. September 2018
Wir werden mit 3 Vorträgen vertreten sein.
www.investment-business-days.com

Trader-Intensiv-Training
9-monatiges Ausbildungsprogramm
Start: 29. September 2018